LOW-T-BALL als methodisches Hilfsmittel

Von Peter Koch (Ausschuss für Ausbildung und Training im Deutschen Tennis Bund / Sportinstitut der Universität des Saarlandes)

 

In vielen Fällen ist in der Praxis zu beobachten, dass Trainer und Übungsleiter die Kinder von der ersten Trainingseinheit an koordinativ und auch technisch völlig überfordern.

 

Bei LOW-T-BALL reduziert sich die zeitlich-räumliche Wahrnehmung und Berechnung auf eine zweidimensionale Ebene und kann mit langsamen und großvolumigen Bällen bereits von Vorschulkindern spielerisch geleistet werden.

 

Welches sind nun neben dem Timing die weiteren bedeutsamen koordinativen Bausteine, die durch LOW-T-BALL günstig entwickelt und optimiert werden können?

 

 

 

Positionieren

 

  • Die geringe Spielfeldbreite und das mögliche „Spiel über die Bande“ erleichtern und fördern das Positionieren in der Breite und Tiefe des noch sehr kleinen und überschaubaren Spielfelds. Der tiefe Treffpunkt erfordert ausgeprägte Beinarbeit und begünstigt insbesondere bei der Rückhand die Oberkörperdrehung.

 

Winkel steuern

 

  • Durch entsprechende Aufgabenstellung und methodische Arrangements werden von der ersten Stunde an mit Vorhand und Rückhand Richtungswechsel realisiert und die Seitenbegrenzung („Bande“) hält auch die anfangs noch weniger kontrollierten Bälle im Spiel und ermöglicht so fortgesetztes intensives Üben.

 

Ballkontrolle

 

  • Die Verwendung unterschiedlicher Bälle (Wasserbälle / Overbälle, Schaumstoffbälle) regt zu abgestufter Schlägerbeschleunigung und angepasster Schlagstrategie an, die großvolumigen Bälle fördern die Schlagflächenkontrolle (Grifffestigkeit bei lockerem Zuschlag).

 

Weitere ausführlich Informationen zum Thema "Spielend Tennis lernen" finden sie hier.

Learning by doing

Weiterhin können die wichtigsten Bewegungsmerkmale der Schlagtechniken spielerisch erworben werden. Der tiefe Treffpunkt in Verbindung mit der Aufgabe, den Ball flach rollend am Boden zu halten, zwingt zu geeigneten Griffen auf Vorhand und Rückhand (vordere Treffpunkte vorausgesetzt), und fördert das für gute Schläge unverzichtbare Einwärtsdrehen (Pronation) bei der Vorhand und das Auswärtsdrehen (Supination) bei der Rückhand. Besonders zu achten ist auf vordere Treffpunkte, was anfangs durch Kontrollschläge (Ball anhalten und vor dem Körper weiterspielen) verdeutlicht und unterstützt werden kann.

 

In der vom Deutschen Tennis Bund veröffentlichten Schulsportkonzeption wird diese Methodik als Einstiegsform ins Tennis mit Großgruppen ausführlich beschrieben.

 

Die LOW-T-BALL-Anlage bietet sich auch für die ersten aufwärtsgerichteten Schläge nach dem Aufspringen an. Das „Kleinstfeld“ ist eine gute und hilfreiche Zwischenstufe zum Kleinfeldtennis, das als Einstieg für Lernanfänger selbst mit den bekannten und bewährten Methodikbällen noch zu schwierig ist.

 

Hier setzt nun das LOW-T-BALL-Spiel an und bildet die bisher fehlende Stufe zum Erlernen des Tennisports.

Das Spielgerät eignet sich hervorragend als sinnvolles methodisches Hilfsmittel zur Technikvermittlung.

Weitere ausführlich Informationen zu den methodischen Merkmalen finden sie hier
LOW-T-Ball_Methodik.pdf
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